Mein Sohn Tim Simon sagte eines Tages, versunken in die Betrachtung meines Glaswerkes „mysterium amoris“: „Mama, du gibst den Menschen eine Sprache die keine Worte, keine Bilder für ihre Gefühle und Gedanken haben. Durch dich fühlen sie sich verstanden.“
Seit meinen frühen Kindheitstagen versuche ich den Einflüsterungen meiner Seele ein Kleid, eine Stimme zu geben – durch die Sprache der Kunst.
Geboren im Herzen Europas, im Dreiländereck Österreich, Bayern, Tschechien, mit Wintern sibirischen Ausmaßes von Ende September bis Ende April und sehr kurzen, intensiven Sommern mit prachtvollster Natur, die mein Verständnis von der Notwendigkeit ganz im Moment zu leben, tief geprägt haben.
In diesen ersten vier Lebensjahren lehrte mich meine geliebte Großmutter, die 14 Kindern das Leben geschenkt hat, dass die unzerstörbare Basis im Leben die tiefe Liebe zur Natur, zu den Blumen, ist.
An diesen langen Winterabenden plante meine Großmutter, bis ins kleinste Detail, was im kommenden Frühjahr gepflanzt werden sollte, damit im Sommer Blumen durchgehend ihre Schönheit zeigen konnten.
Mit ihr zog ich durch Wälder und Wiesen um Kräuter und Beeren zu sammeln; unendliche Leichtigkeit und Geborgenheit für mein Kinderherz. Die Lebensdevise meiner Großmutter: „Freiheit wird dir nicht geschenkt, du musst sie dir nehmen, egal was in deinem Leben passiert“ ist meine Luft zum Atmen.
Meine Mutter lebte dieses unerschütterliche Vertrauen in die göttliche Liebe ein zu kurzes Leben lang, besonders in ihren schmerzvollsten Zeiten.
Diesen Samen der bedingungslosen Liebe, über Allem stehend, durch meine Mutter und Großmutter gelegt, möge in meinen Kindern Esther Sophia und Tim Simon in einer wunderschönen Blume erblühen.